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Interview: Georg „Sir G.“ Lenhardt // DIE APOKALYPTISCHEN REITER

Hi Georg, beschreibe bitte in drei Worten, was Schlagzeugspielen für dich ausmacht.

Rauslassen. Ausleben. Krach.

Wann hast du das erste mal am Drumset gesessen und was war der Moment, wo du dir sagtest: „Das ist es“ ?

Wann ich das erste mal am Drumkit saß, weiß ich gar nicht mehr – wahrscheinlich bei meinem ersten Lehrer so mit neun Jahren. Er hatte immer eher kleine Drumkits ohne Hängetoms, was mir schon damals nicht gefiel. Ich wollte immer ein größeres Drumkit haben. Ich weiß aber noch wie ich mir zum ersten mal eine Snare aus einer Brotbüchse gefüllt mit Legosteinen gebaut habe. Ein Notenständer war die Hi-Hat und ein kleiner Kinderkoffer die Bassdrum. So hab ich dann zu meiner ersten selbstgekauften CD („Phil Collins – Serious Hits… Live!“) gespielt.

Gibst du selber Drumunterricht/Workshops?

Ja, ich gebe Privatunterricht in Weimar und habe auch schon Workshops gemacht. Das Unterrichten habe ich vor ein paar Jahren für mich entdeckt und es ist wirklich spannend, weil man auch selber immer neue Sachen dazu lernt oder schon Gelerntes plötzlich anders sieht. Workshops zu geben ist auch eine schöne Sache, wobei es manchmal etwas steif sein kann, da sich die Leute oft nicht so richtig trauen einzubringen und man selber aufpassen muss, dass man nicht einfach sein Programm abspult. Ich mache es aber auch gerne.

Bist du eher der Impro- oder der Notentyp?

Da ich vor dem Schlagzeug Violine gespielt habe, konnte ich schon Noten als ich anfing. Ich habe stets Noten nur als Verständigungsmittel und Hilfe für die geistige Vorstellung eines Rhythmus gesehen. Das Improvisieren war für mich Gott sei Dank nie schwierig und ich hatte Glück, dass ich im Prinzip von Beginn an immer in Bands gespielt habe. Unser ganzes Musiksystem basiert leider sehr auf Notation und weniger auf Improvisation. Es fällt mir immer wieder auf, dass Schüler sich nicht trauen zu improvisieren und sich an den Noten festklammern. Ich denke beides ist wichtig. Wirklichen Spaß kann man aber nur beim Spielen und Improvisieren empfinden!

Was macht für dich einen fetten und authentischen Groove aus?

Ich versuche in meine Grooves eine große Dynamikspannweite reinzubringen; so erzeugt man Groove und Spannung. Ansonsten ist es für mich immer sehr erfreulich, wenn mir Leute sagen, dass sie meinen Groove-Stil cool finden und diesen raushören und wiedererkennen. Selber fällt einem das gar nicht auf. Es ist natürlich für einen Drummer immer erstrebenswert einen EIGENEN Groove und Stil zu haben. Dieser muss sich natürlich erst über Jahre entwickeln.

Es heißt, wer gut klingt, kann sich erlauben weniger zu können? Fallen dir zu dieser Aussage Beispiele ein?

Na ja, wenn jemand gut klingt heißt das, dass er sich schon lange mit seinem Instrument beschäftigt hat. Das er auf sich hören kann und sich auf Sachen einstellt und an sich gearbeitet hat. Somit hat er ein großes Können. Gut klingen tut man nicht einfach so.

Miles Davis sagte einmal, dass die Musik zwischen den Noten entsteht. Kannst du seine Meinung teilen, bzw kannst du dich mit diesem Zitat identifizieren?

Ja klar. Er meint sicher das Feeling, die Stimmung die bei der Musik entsteht, die man gemeinsam macht. Es ist eben das magische, das man gar nicht erklären kann. Das entsteht aber nicht wenn man nur stumpf Noten abspielt.

Hast du Hobbies oder einen Job außerhalb des Schlagzeugspielens?

Ich habe auch Physiotherapeut gelernt, bin aber momentan nur Musiker. Mein größtes Hobby neben der Musik ist Sport und ich betreibe seid ein paar Jahren die Kampfkunst Wing Tsun.

Du bist seit 18 Jahren Drummer der Metalband DIE APOKALYPTISCHEN REITER. Wie würdest du einem Außerirdischen deine Band beschreiben?

Der geilste Scheiß, den man in der Galaxie gehört haben muss!

Wie kann man sich den typischen Songwriting-Prozess bei euch vorstellen? Klassisch zusammen im Proberaum jammen oder jeder für sich im Home-Office?

Bei uns entwickelt unser Frontmann „Fuchs“ die musikalischen Grundideen. Dann jammen wir die Sachen ganz klassisch im Proberaum und kreieren Songs daraus. Jeder macht dann das,  was er halt noch so beisteuern kann. Ich programmiere viel und steuere Synth-Sounds hier und da bei.

Ihr bringt bald ein neues Album heraus („Der Rote Reiter“), welches wieder mehr in die sportlichere Richtung gehen soll. Wie würdest du euer neues Werk beschreiben bzw. auf was darf man sich freuen?

Es ist wirklich ein grandioses Album geworden, was alten und neuen Fans gefallen wird. Es ist wieder schneller und sehr energetisch. Das gerade veröffentlichte Video vom Titelsong „Der rote Reiter“ ist ein gutes Statement für das gesamte Album. Überzeugt euch selbst!

Was ist im Jahre 2017 noch alles bei dir geplant?

Wir sind mit DAR auf Deutschland- und Russland-Tour im Oktober und November. Darüber hinaus spiele ich ein paar Termine mit meiner anderen Rockband ÜBERGAS. Von dieser Band ist übrigens gerade ein cooles Playalong in der DRUMHEADS.

Vielen Dank für deine Zeit und die Beantwortung meiner Fragen! Die letzten Worte gehören dir 🙂

Ich sage mal: drum on und bis später!

OFFIZIELLE WEBSITE von Georg „Sir G.“ Lenhardt